Interview mit 3alog: Die Entwicklung des Syrien-Konflikts hin zu einem Krieg mit konfessionellen Zügen

3alog hat mich zu den Entwicklungen in Syrien von Demonstrationen im Zuge des Arabischen Frühlings hin zu einem internationalen Konflikt mit konfessionellen Zügen befragt. Ich habe dabei versucht, die Ereignisse möglichst knapp darzustellen. Bei der Komplexität es Konfliktes mussten daher einige andere Punkte ausgelassen werden.

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Reihe „Die syrische Revolution – Von der Demonstrationsbewegung zum konfessionell gefärbten Bürgerkrieg“

Der IS-Terror erschüttert die Weltöffentlichkeit. Seit einigen Monaten gehen zahlreiche Bücher über angebliche Ursachen für den Aufstieg der Terrorgruppe über die Ladentheke. Besonders die Autoren, die die Flüchtlingskrise als islamische Invasion und Verschwörung darstellen und den Islam als Grundursache für den Terrorismus ausmachen, verdienen sich derzeit eine goldene Nase. Andere, durchaus sehr gehaltvolle Bücher, behandeln den US-amerikanischen Kriegseinsatz im Irak, der in der Tat zu der Gründung der heutigen IS-Basis geführt hat, jedoch nicht den rasanten Aufstieg des sogenannten „Islamischen Staates“ allein erklären kann.

Der anhaltende Aufstand in Syrien gegen das Assad-Regime und dessen Entwicklung von einer Demonstrationsbewegung hin zu einem Konflikt mit inzwischen stark konfessionellen Zügen, wird dabei meist vergessen. Dieser ist meiner Ansicht nach aber DER Katalysator für den Aufstieg sowohl von al-Qaida, als auch des IS. Die vorliegende Reihe befasst sich daher explizit mit der Revolution in Syrien und der Polarisierung hin zu einem Bürgerkrieg mit starken konfessionalistischen Parteien. Die Reihe geht dabei gezielt der Frage auf den Grund „Wie konnte sich die Revolution radikalisieren?“.

Hier die bisher erschienenen Artikel der Reihe:

Teil 1: Der Aktivist Abdel Basit as-Sarout

Teil 2: Von der Freien Syrischen Armee zur Islamischen Front

Teil 3: Die Radikal-schiitischen Milizen an der Seite Assads

Teil 4: Die Entwicklung radikal-islamistischer und neosalafistischer Rebellengruppen vor dem Aufstieg des IS

Teil 5: Aspekte alawitisch-sunnitischer Polarisierung

Teil 6: Zwischen Regime und Dschihadisten – Christliche Milizen in Syrien

Teil 7: Von der Nusra-Front zu ISIS

 

Die syrische Revolution (Teil 5) – Aspekte alawitisch-sunnitischer Polarisierung

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In der Mitte vorne Mihrac Ural, Chef der Pro-Assad-Miliz „Liwa Iskenderun“

Seit dem Ausbruch der Unruhen in Syrien im März 2011 gilt die Küstenregion als „Bollwerk“ des Regime. Die Küstenregion ist gleichzeitig das Kerngebiet der Alawiten Syriens. Demonstrationsikonen wie die Schauspielerin Fadwa Sulaiman blieben die Ausnahme. Der vorliegende Artikel wird sich nur mit einer Auswahl an Gründen für eine Polarisierung beschäftigen und nicht mit der zivilen Opposition. Assad Klan selbst gehört zur Minderheit der Alawiten. Es werden Gründe für eine enge Bindung von Alawiten an das Regime aufgelistet und Aspekte einer sunnitisch-alawitischen Polarisierung im Verlaufe des Konflikts dargestellt. Teilweise wurde diese vom Regime bewusst geschürt. „Die syrische Revolution (Teil 5) – Aspekte alawitisch-sunnitischer Polarisierung“ weiterlesen

Bahrain: Eine vergessene Revolution

Auch in dem Inselstaat Bahrain kommt es seit dem Beginn des Arabischen Frühlings zu Demonstrationen gegen den Diktator al-Khalifa. Das sunnitische Königshaus unterdrückt seit Jahrzehnten die schiitische Bevölkerungsmehrheit besonders brutal. Als al-Khalifa den Demonstranten nicht mehr Herr wurde, marschierte Saudi Arabien kurzerhand ein und schoss die Kundgebungen nieder. Warum aber schweigt der Westen hier – anders als in Libyen und anderen arabischen Staaten? Ein arte-Team hat den Inselstaat besucht und das Leben der Bevölkerung im Ausnahmezustand dokumentiert:

Screenshot von arte-Dokumentation "Verbotene Bilder", Bild: Fabian schmidmeier

 

Hier geht es zum Video

Al Jazeera: Dokumentation über die Revolution in Bahrein

Hier eine sehenswerte Dokumentation des arabischen Fernsehsenders al-Jazeera über die Proteste in Bahrein aus dem Jahre 2011:

Syrer in Deutschland: Schlagabtausch im Exil

Nicht nur in ihrer Heimat, sondern auch im deutschen Exil sind die Syrer gespalten, was ihre Haltung zum Assad-Regime betrifft. Für viele bedeutet das Exil eine Art Mikrokosmos der rivalisierenden Konfessionen und Interessensgruppen. Fabian Schmidmeier hat sich umgehört.

(Dieser Artikel erschien zuerst auf Qantara.de) (عربي) (English)

„Syrer in Deutschland: Schlagabtausch im Exil“ weiterlesen