Interview mit 3alog: Die Entwicklung des Syrien-Konflikts hin zu einem Krieg mit konfessionellen Zügen

3alog hat mich zu den Entwicklungen in Syrien von Demonstrationen im Zuge des Arabischen Frühlings hin zu einem internationalen Konflikt mit konfessionellen Zügen befragt. Ich habe dabei versucht, die Ereignisse möglichst knapp darzustellen. Bei der Komplexität es Konfliktes mussten daher einige andere Punkte ausgelassen werden.

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Fotogalerie: Der Libanon und der Arabische Frühling

Der Libanon gilt im Hinblick auf die aktuelle Lage in Syrien als eine Art „Mikrokosmos“ seines großen Nachbarlandes. Durch die enge historische, wirtschaftliche und politische Verwicklungen beider Staaten, hat der syrische Bürgerkrieg auch enorme Auswirkungen auf den Zedernstaat. Immer deutlicher treten konfessionelle Gegensätze zutage, große Teile der Bevölkerung positionieren sich zusehends für und gegen eine der jeweiligen Seiten.

Vor allem in der Hauptstadt Beirut erkennt man eine Art „Kleinkrieg“ von Streetart-Aktivisten, die je nach unterschiedlicher Sichtweise Stellung zum Arabischen Frühling nehmen. Andernorts versucht man auf andere Art und Weise seine politische Haltung zu präsentieren.

Fabian Schmidmeier hat sich in Beirut und der Bekaa-Ebene umgesehen, wie sich Konfessionalismus und Arabischer Frühling auf der Straße bemerkbar machen.

Was man über den Syrien-Konflikt wissen sollte

protest idlib

Syrien ist aus der Berichterstattung nicht mehr wegzudenken. Ständig sieht man Bilder leidender Zivilisten, zerstörter Städte und vom Kampf der Rebellen der Freien Syrischen Armee gegen einen grausamen Diktator. Für Unkundige erscheint dieser Konflikt besonders kompliziert. Wie konnte es dazu kommen, dass die Gewalt derart eskaliert? Schließlich begann die Revolution mit Demonstrationen für mehr Freiheit und nicht mit einer bewaffneten Rebellion. Wer kämpft eigentlich gegen wen? Was für eine Rolle spielen al-Qaida oder die Hisbollah? Folgender Artikel soll die wichtigsten Fragen so einfach wie möglich und umfassend wie nötig beantworten und ist an ein Publikum gerichtet, dass sich nicht ständig mit dieser Thematik auseinandersetzt.

Inhalt

1. Wie alles begann

2. Proteste für ein demokratisches Syrien und den Sturz des Regimes

3. Die Gründung der Freien Syrischen Armee

4. Zwischenfrage: Warum spielt die Religion bei dem Konflikt eine so große Rolle?

5. Zwischenfrage: Wer kämpft gegen wen?

6. Erstes Auftreten sunnitischer Islamisten

7. Menschrechtsverletzungen und Übergriffe auf die Zivilbevölkerung

8. Warum konnten die sunnitischen Islamisten so stark werden?

9. Der Sturm der Freien Syrischen Armee auf Aleppo: Mit dem Islam gegen Assad

10. Al-Qaida in Syrien: Die Kämpfer von Jabhat an-Nusrah

11. Andere große sunnitisch-islamistische Verbände

12. Interessen der Staaten Iran, USA, Russland und Israel

13. Sunniten gegen Schiiten: Der Eintritt von Hisbollah und schiitischen Milizen in den Krieg „Was man über den Syrien-Konflikt wissen sollte“ weiterlesen

Libanon: PR-Offensive der Hisbollah

Seit dem Ende des Krieges zwischen der schiitischen Hisbollah und der israelischen Armee im Jahre 2006 ist es relativ still um die einst im Libanon als „al-Muqawama“ (arab. für Widerstand) so gefeierte und im Westen als Terrorgruppe gefürchtete Miliz geworden. Doch tatsächlich befindet sich die „Partei Gottes“ (arab. Hizbullah) in einer prekären Situation: Der Hauptverbündete Iran ächzt unter den internationalen Sanktionen und das Assad-Regime, das die Truppe bisher logistisch und waffentechnisch versorgte, wankt zusehends wegen eines Volksaufstandes. Um diese kritische Lage etwas zu entschärfen, bedient sich die Hisbollah nun des neuen Konzepts des „Widerstands-Tourismus“, wofür sie eigens Besucherparks im Süden des Zedernstaates errichten ließ. Mit dieser PR-Offensive möchte sich die Hisbollah wieder primär als libanesische Widerstandsgruppe und Partei präsentieren. Das Vice-Team hat für Journeyman Pictures einen solchen Park besucht und mit Mitgliedern und Gegnern der Hisbollah über den Konflikt mit dem Nachbarn Israel und die neuen politischen Verhältnisse seit dem Arabischen Frühling gesprochen.

Fotos zum Thema

ZDF: Israel und seine Zäune

Kein Land dieser Welt sichert seine Grenzen so stark wie der Staat Israel. Meist werden dort große, mit Berührungssensoren versehene, Zäune errichtet, um Milizionäre aus den Nachbarländern, aber auch Flüchtlinge aus Afrika, von einem Betreten israelischen Territoriums abzuhalten. Überdies errichtet das israelische Militär eine Mauer auf palästinensischen Territorium, was auf der einen als Sicherheits-, auf der anderen Seite als Apartheidsmauer bezeichnet wird.

Der ZDF-Israel-Korrespondent Christian Sievers hat sich daher mit einem Kamerateam aufgemacht, um einmal rund um Israel und die besetzten Gebiete zu fahren. Seine Reise führt ihn von Tel Aviv an die Nordgrenze zum Libanon, über die zu Syrien gehörenden und von Israel annektierten Golanhöhen und das Jordantal,  zur ägyptischen Grenze in die Negev-Wüste. Eine interessante Momentaufnahme von einem Land, das sich von der umliegenden Region immer mehr abzuschotten versucht.

Teil 1

„ZDF: Israel und seine Zäune“ weiterlesen