Islam

Videoprojekt „kurz erklärt“ über Judentum, Christentum und Islam

Hass und Hetze über und zwischen Religionen verbreiten sich in sozialen Netzwerken rasant. Als Wissenschaftler wollen wir nun dem etwas Fundiertes entgegensetzen, nämlich ein Projekt, das gezielt auf YouTube, Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien Wissen über Judentum, Christentum und Islam vermittelt. Die Wissenschaft soll damit aus ihrem „Elfenbeinturm“ heraustreten und ihr Know How in den Dienst der Gesellschaft stellen. Komplizierte Themen müssen für die Allgemeinheit verständlicher gemacht werden, gerade wenn es um Judentum, Christentum und Islam geht. Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit, Intoleranz gegenüber religiösen Menschen, Rassismus oder anderen auf dem Vormarsch befindlichen Phänomenen ist nicht einfach zu begegnen. Dabei wollen wir mit kurz erklärt helfen.

Das Angebot wird zunächst auf Deutsch und Arabisch erscheinen, kann gezielt in der Jugend-, Flüchtlings- und Integrationsarbeit, Deradikalisierung und Radikalisierungsprävention eingesetzt werden. Um besser miteinander leben zu können müssen wir mehr übereinander wissen, religiöse Gemeinsamkeiten kennenlernen und Unterschiede akzeptieren lernen. Die Forschungseinheit Key Concepts in Interreligious Discourses – KCID der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Katholischen  Universität Eichstätt-Ingolstadt möchte hier einen Beitrag dazu leisten.

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Projekt in Erlangen: Key Concepts in Interreligious Discourses- KCID

Der Mensch ist Feind dessen, was er nicht kennt

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„Der Mensch ist Feind dessen, was er nicht kennt“, sagt eine altarabische Weisheit. Dem wirkt das interdisziplinäre Projekt Key Concepts in Interreligious Discourses (KCID) entgegen. Es bildet ein innovatives Element zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit den drei verwandten monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Dafür unternimmt KCID eine begriffsgeschichtliche Untersuchung dieser drei Religionen im Verhältnis zueinander. Hierzu führt das Projekt auf einzigartige Weise international anerkannte Wissenschaftlicher zusammen, die sich durch ihre herausragende Kompetenz auf dem jeweiligen Fachgebiet auszeichnen. Mehr lesen…

Informationsflyer zum Projekt hier

Schlüsselkonzepte in Judentum, Christentum und Islam

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„Der Mensch ist Feind dessen, was er nicht kennt“, sagt eine altarabische Weisheit. Dem wirkt das interdisziplinäre Projekt Key Concepts in Interreligious Dialogue (KCID) entgegen. Es bildet ein innovatives Element zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit den drei verwandten monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Dafür unternimmt KCID eine begriffsgeschichtliche Untersuchung dieser drei Religionen im Verhältnis zueinander. Hierzu führt das Projekt auf einzigartige Weise international anerkannte Wissenschaftlicher zusammen, die sich durch ihre herausragende Kompetenz auf dem jeweiligen Fachgebiet auszeichnen. Mehr lesen…

Kurz erklärt: „Jesus war ein Moslem“ ?

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Jesus bei der Bergpredigt, muslimisch-persische Miniatur

Seit einigen Tagen gibt es insbesondere auf Twitter und Blogs Aufregung um eine neue Titelgeschichte des SPIEGEL, die sich mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Jesus-Traditionen in Christentum und Islam beschäftigt. Dass dort auf dem Titelbild Jesus Christus als der „Sohn Gottes“ dargestellt wird, ist für viele selbstverständlich, doch „Jesus, der Moslem“ irritiert nicht gerade wenige. Für Muslime gilt es als selbstverständlich, dass Abraham, Isaak, Jakob und auch Jesus „Muslime“ waren. Doch warum überhaupt , und was ist hier anders als im Christentum? (mehr …)

Kommentar: „Das ist der Islam“

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Was häufig unter geht, wenn extremistische Muslime vom IS/Al-Qaida Verbrechen begehen und wir uns fragen „hat das alles wirklich nichts mit dem Islam zu tun?“, sind solche Geschichten:

Beim Anschlag von Charlie Hebdo war der Polizist Ahmed Merabet, der sich den Terroristen in den Weg stellte und dafür mit einem Kopfschuss hingerichtet wurde, ein gläubiger und praktizierender Moslem. Als kurz darauf IS-Terroristen einen jüdischen Supermarkt stürmen und Kunden ermorden, ist es der gläubige und praktizierende Moslem Lassana Bathily, der 15 Juden das Leben rettet, in dem er sie versteckt.

Ja, der Terrorismus ist eine große Gefahr und ja, es muss auch explizit von muslimischer Seite darüber diskutiert werden. Aber es ist heuchlerisch, wenn Kritiker die Mörder zu Repräsentanten des „wahren Islam“ machen, obwohl diese meist kurz vor ihrer Tat noch NICHT praktizierende und NICHT religiöse Kleinkriminelle waren, während jene, die Menschen retteten, wie zum Beispiel Ahmed Merabet oder Lassan Bathily, schon ihr Leben lang den Islam praktizierten.

Das Kopftuch im Islam: Religiöse Pflicht oder kulturelles Erbe?

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas islamische Kopftuch (auch orthodoxe Jüdinnen tragen eines) ist das derzeit wohl umstrittenste Kleidungsstück Deutschlands. die Debatte darüber hat den Bereich der Sachlichkeit längst verlassen. Dies führt auch dazu, dass objektive innerislamische Debatten über religiöse Werte und Normen erschwert geführt werden können, da sie so eine zu politische Komponente aufgezwungen bekommen. Dabei gibt es muslimische Gelehrte, die in der Geschichte ganz unterschiedlich argumentiert haben. Der zum Islam konvertierte Muhammad Asad (vorher jüdisch, Leopold Weiß) aus Österreich-Ungarn befasste sich ausführlich mit der Frage, ob der Hidschab für die muslimische Frau eine Pflicht sei. Ein Beitrag für eine innerislamische Debatte. (mehr …)

Koran und Offenbarungsanlässe: Mit der Tradition zur modernen Interpretation

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Die Islam-Debatte hat viele negative Bilder in weiten Teilen der Bevölkerung verfestigt. Der Islam sei nicht mit der hiesigen Werteordnung oder dem Grundgesetz vereinbar. Als Begründung wird oft eine fehlende „Aufklärung“ angeführt. „Der Islam“ müsse als Nachzügler der Moderne endlich eine historisch-kritische Methode entwickeln. Doch wer in historische Hadith-Literatur (anm. Hadith=Prophetenüberlieferung) und Werke zu Koranexegese und islamischer Rechtsfindungsmethoden blickt, der erkennt, dass der Islam bereits über eine eigene historische bzw. historisierende Methode verfügt – und das seit Jahrhunderten. (mehr …)