IS

Reihe „Syrien: Wie konnte sich die Revolution radikalisieren?“

Der IS-Terror erschüttert die Weltöffentlichkeit. Seit einigen Monaten gehen zahlreiche Bücher über angebliche Ursachen für den Aufstieg der Terrorgruppe über die Ladentheke. Besonders die Autoren, die die Flüchtlingskrise als islamische Invasion und Verschwörung darstellen und den Islam als Grundursache für den Terrorismus ausmachen, verdienen sich derzeit eine goldene Nase. Andere, durchaus sehr gehaltvolle Bücher, behandeln den US-amerikanischen Kriegseinsatz im Irak, der in der Tat zu der Gründung der heutigen IS-Basis geführt hat, jedoch nicht den rasanten Aufstieg des sogenannten „Islamischen Staates“ allein erklären kann.

Der anhaltende Aufstand in Syrien gegen das Assad-Regime und dessen Entwicklung von einer Demonstrationsbewegung hin zu einem Konflikt mit inzwischen stark konfessionellen Zügen, wird dabei meist vergessen. Dieser ist meiner Ansicht nach aber DER Katalysator für den Aufstieg sowohl von al-Qaida, als auch des IS. Die vorliegende Reihe befasst sich daher explizit mit der Revolution in Syrien und der Polarisierung hin zu einem Bürgerkrieg mit starken konfessionalistischen Parteien.

Hier die bisher erschienenen Artikel der Reihe:

Teil 1: Der Aktivist Abdel Basit as-Sarout

Teil 2: Von der Freien Syrischen Armee zur Islamischen Front

Teil 3: Die Radikal-schiitischen Milizen an der Seite Assads

Teil 4: Die Entwicklung radikal-islamistischer und neosalafistischer Rebellengruppen vor dem Aufstieg des IS

Teil 5: Aspekte alawitisch-sunnitischer Polarisierung

Teil 6: Zwischen Regime und Dschihadisten – Christliche Milizen in Syrien

Teil 7: Von der Nusra-Front zu ISIS

 

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Syrien: Wie konnte sich die Revolution radikalisieren? Teil 2 – Von der Freien Syrischen Armee zur Islamischen Front

Bildschirmfoto 2015-12-14 um 23.10.58Folgender Artikel ist Teil 2 der Reihe Syrien: Wie konnte sich die Revolution radikalisieren?. Zuletzt wurde die Radikalisierung des Aktivisten Abdel Baset as-Sarout rekonstruiert. Ziel dieses Teils ist es einen Überblick über den Radikalisierungs- und Konfessionalisierungsprozess innerhalb der Freien Syrischen Armee von ihrer Gründung bis zum Dezember 2013 zu verschaffen. So sollen die Ereignisse bis unmittelbar vor dem Aufstieg des IS dargestellt werden. Dafür wurden zahlreiche Fachartikel, Aktivistenvideos und Stellungnahmen ausgewertet. In dem Artikel kann nicht die Entwicklung der gesamten FSA , sondern einzelne Prozesse in Teilen der FSA exemplarisch dargestellt werden.

Dem Verfasser dieses Artikels ist es dabei wichtig zu betonen, dass es sich hierbei nur um die Darstellung eines Teils der Syrischen Revolution und ausschließlich um die Betrachtung militärischer Formationen der bewaffneten Opposition geht und gezielt Konfessionalisierungstendenzen untersucht. Der Text betrifft nicht die zivile Opposition oder ökonomische und andere Gründe für Revolution und Konfessionalisierung.

Der Artikel basiert auf der Bachelorarbeit des Autors. Für die Verständlichkeit wurde allerdings auf die wissenschaftliche Umschrift verzichtet.

Inhaltlicher Überblick:

  1. Die Freie Syrische Armee: Überkonfessionelle aber stark sunnitisch geprägte Revolutionsarmee
  2. Radikalisierungstendenzen und anti-schiitisches Auftreten am Beispiel von Namensgebung und Äußerungen
  3. Betont sunnitisches Auftreten der Freien Syrischen Armee am Beispiel von Liwa’ at- Tawhid in der Schlacht um Aleppo ab Juli 2012
  4.  Beginn der Eroberung Aleppos 
  5.  Die Schlacht um Aleppo als „Türöffner für al-Qaida“ in Syrien 
  6. Die Spaltung der Freien Syrischen Armee und Gründung der Islamischen Front    
  7. Fazit: Das Gesicht der bewaffneten Opposition hat sich verändert 

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Syrien: Wie konnte sich die Revolution radikalisieren? – Teil 1: Der Aktivist Abdel Basit as-Sarout


Teil 1 der Reihe „Wie konnte sich die Syrische Revolution radikalisieren?“

Die syrische Revolution hat ihr Gesicht seit 2011 drastisch verändert. Millionen Syrer sind inzwischen auf der Flucht, radikale Gruppen wie al-Qaida und der IS können immer mehr an Boden gewinnen. Während zahlreiche Aktivisten noch heute für Demokratie und Freiheit eintreten, haben sich andere radikalisiert und radikal-salafistischen oder dschihadistischen Milizen angeschlossen. Eine berühmte Persönlichkeit der syrischen Revolution, bei der sich eine solche Veränderung besonders anschaulich nachweisen lässt, ist der Fußballer Abdel Basit as-Sarout. (mehr …)

Schiitische Dschihadisten mit amerikanischen Waffen gegen syrische Rebellen mit amerikanischen Waffen?

Fabian Schmidmeier

Bildschirmfoto 2015-11-17 um 18.36.42Im Süden von Aleppo tobt derzeit eine Schlacht zwischen Rebellen und vor allem schiitischen-dschihadistischen Gruppierung wie der irakischen Hisbollah (Kata’ib Hizbillah). Unterstützt werden diese von der libanesischen Hisbollah, den iranischen Revolutionsgarden und Einheiten der syrischen Armee. Die schiitischen Dschihadisten aus dem Irak wurden für ihren Kampf gegen den IS mit modernster amerikanischer Waffentechnologie ausgerüstet. Offenbar wird diese nun auch in Syrien gegen die Rebellen eingesetzt. Die Freie Syrische Armee ihrerseits feuert amerikanische Tow-Raketen auf amerikanische Militärfahrzeuge. Beide Seiten würden, sollte das Video nicht gefälscht sein, also mit Waffen beliefert. Gewinner bei dem perversen Spiel ist die Waffenindustrie. Die Region wird so nur noch instabiler, die Dauer des blutigen Bürgerkrieges bewusst verlängert und für noch mehr Fluchtbewegungen gesorgt.

Das Foto ist ein Screenshot eines Videos, wo ein amerikanischer Militärjeep von einer Tow-Rakete abgeschossen wird.

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Kurz erklärt: ISIS, ISIL, IS oder „Islamischer Staat“?

IS-Flagge

Nach Syrien steht jetzt der Irak im Fokus der Berichterstattung. Eine scheinbar neue Organisation sorgt mit ihrer Brutalität und enormen militärischen Erfolgen für Aufsehen und auch in Europa wächst die Furcht vor Anschlägen. Schätzungsweise  3.000 Europäer kämpfen in den Reihen der selbstenannten Gotteskrieger. In der Vergangenheit war meist von ISIS, ferner von ISIL die Rede. Von einem Tag auf den anderen hieß die Gruppe plötzlich IS. Was bedeuten die Kürzel, warum ändern diese sich so oft und was hat IS mit al-Qaida zu tun?

ISIS oder ISIL?

Bei diesen Abkürzungen handelt es sich um die Übertragung arabischer Akronyme in die deutsche oder englische Sprache. Der arabische Name für die Organisation war al-Dawla al-Islamiya fi al-Iraq wa-al-Sham (‏الدولة الإسلامية في العراق والشام), Islamischer Staat im Irak und Syrien . (mehr …)

Vice-Dokumentation: Im „Islamischen Staat“

Seit etwas mehr als einem Jahr kämpft die al-Qaida-Abspaltung ISIS, die sich vor kurzem in IS (Islamischer Staat) umbenannt hat, für die Errichtung eines besonders radikal ausgelegten islamischen Staates. Innerhalb kürzester Zeit und unter Anwendung äußerster Brutalität konnte die Gruppe einen Defacto-Staat errichten. Die Rigorosität ihrer Scharia-Interpretation ist dabei selbst al-Qaida zu radikal. Wie leben die Menschen damit? Wie versuchen die Kämpfer des IS ihr Kalifat zu errichten? Was bedeutet es für religiöse Minderheiten in diesem neuen Staat zu leben? Das Team von Vice hat eine Dokumentation im Herzen des Herrschaftsbereiches des IS gedreht

Islamisten gegen Hamas: Salafisten in Gaza

Im Zuge der jetzigen Eskalation in Nahost werden maßgeblich Mitschuldige an der derzeitigen Situation äußerst wenig betrachtet: salafistische Milizen. Denn hinter den terroristisch motivierten Raketenangriffen auf Israel in den letzten Tagen stehen meist al-Qaida Gruppierungen, die auf der einen Seite Israel als ihren Feind ansehen, aber auch die Hamas radikal bekämpfen. (mehr …)