Iran

Interview mit 3alog: Die Entwicklung des Syrien-Konflikts hin zu einem Krieg mit konfessionellen Zügen

3alog hat mich zu den Entwicklungen in Syrien von Demonstrationen im Zuge des Arabischen Frühlings hin zu einem internationalen Konflikt mit konfessionellen Zügen befragt. Ich habe dabei versucht, die Ereignisse möglichst knapp darzustellen. Bei der Komplexität es Konfliktes mussten daher einige andere Punkte ausgelassen werden.

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Interview mit MDR Sputnik zu den Spannungen zwischen Saudi Arabien und Iran

Heute wurde ich von MDR Sputnik zu den Spannungen zwischen Iran und Saudi Arabien nach der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr durch Saudi Arabien befragt. Hier meine Einschätzungen:

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Bildschirmfoto 2016-01-04 um 22.02.25

 

 

Libanon: PR-Offensive der Hisbollah

Seit dem Ende des Krieges zwischen der schiitischen Hisbollah und der israelischen Armee im Jahre 2006 ist es relativ still um die einst im Libanon als „al-Muqawama“ (arab. für Widerstand) so gefeierte und im Westen als Terrorgruppe gefürchtete Miliz geworden. Doch tatsächlich befindet sich die „Partei Gottes“ (arab. Hizbullah) in einer prekären Situation: Der Hauptverbündete Iran ächzt unter den internationalen Sanktionen und das Assad-Regime, das die Truppe bisher logistisch und waffentechnisch versorgte, wankt zusehends wegen eines Volksaufstandes. Um diese kritische Lage etwas zu entschärfen, bedient sich die Hisbollah nun des neuen Konzepts des „Widerstands-Tourismus“, wofür sie eigens Besucherparks im Süden des Zedernstaates errichten ließ. Mit dieser PR-Offensive möchte sich die Hisbollah wieder primär als libanesische Widerstandsgruppe und Partei präsentieren. Das Vice-Team hat für Journeyman Pictures einen solchen Park besucht und mit Mitgliedern und Gegnern der Hisbollah über den Konflikt mit dem Nachbarn Israel und die neuen politischen Verhältnisse seit dem Arabischen Frühling gesprochen.

Fotos zum Thema

„NOT ready to die in your war“: Israelis und Iraner gegen Krieg

Seit dem letzten Besuch des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney in Israel, rückt ein Angriff auf den Iran immer näher. Romney signalisierte dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu, dass er einen Erstschlag Israels auf die iranischen Atomanlagen dulden, wenn nicht sogar begrüßen würde.  Viele Israelis und Iraner wollen dies nicht länger hinnehmen und mobilisieren nun gegen einen neuen Krieg – gemeinsam.

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Wissenschaftliche Arbeit: Die Iranischen Revolutionsgarden

Logo der Pasdaran„Anfang 1979 überschlugen sich im  Kaiserreich Iran die Ereignisse. Der Unmut in der Bevölkerung gärte lange. 1979 gelang es einer vereinten Opposition das Regime des Moḥammad-Reżā-Šāh Pahlavī zu stürzen. Da der große Oppositionsführer mit Ruḥollāh Ḫomeinī ein islamischer Geistlicher und ein großer Teil der Bewegung gegen das bestehende System islamisch geprägt war, entwickelte sich die Revolution zu einer explizit islamischen Revolution. Nach der Rückkehr des Ayatollah aus seinem französischen Exil am 1. Februar 1979, begann für den Iran ein neues Kapitel in seiner Geschichte. Um die bisherigen Errungenschaften dieser Revolution zu schützen, brauchte Ḫomeinī ein militärisches institutionelles Organ.“ 

Heutzutage gelten die Iranischen Revolutionsgarden (pers.Pāsdārān) bezeichnet, vielfach als die eigentlichen Machthaber im Iran und somit als eine Institution, die mit der Zeit die Schaltzentralen der Macht in der Islamischen Republik erfolgreich unterwandern konnten. Was hat es mit diesen Thesen auf sich? In wieweit konnten die Revolutionsgarden ihren Einfluss auf Wirtschaft und Politik ausbauen? Welchen Machtfaktor haben diese im Iran, der derzeit im Fokus der Weltöffentlichkeit steht?

Die wissenschaftliche Arbeit Revolutionäre Militärinstitutionen in der Islamischen Republik Iran, Entstehung-Entwicklung-Aktionsfelder soll darüber Aufschluss geben.

Gliederung:

1.1 Begriffe

1.2 Der historische Kontext

2. Die Entstehung der Revolutionsgarden

3. Die Entwicklung der Pāsdārān nach der Revolution bis zum Ende des ersten Golfkrieges

4. Die  Basīǧ-e Mostaẓʿafīn und die Entwicklung der Pāsdārān nach dem Ende des 1. Golfkrieges

4.1 Die Gründung der Basīǧ

4.2 Die Entwicklung der Organisationsstruktur der Pāsdārān

4.3 Die Entwicklung von Teilstreitkräften

4.3.1 Die Luftwaffe der Pāsdārān

4.3.2 Die Marine der Pāsdārān

4.3.3 Die Qods-Einheit und der „Export der Revolution“

4.4 Die Rolle der Pāsdārān in der iranischen Wirtschaft

4.5 Der Einfluss der Pāsdārān in den Medien

4.6 Die Rolle der Pāsdārān in der Politik

5. Schluss: Gibt es eine Pāsdārānisierung?

6. Literaturverzeichnis

Die Arbeit gibt es hier als PDF

1. Einleitung: Begriffserklärung „Pāsdārān“ und die Islamische Revolution

1.1 Begriffe

Diese Hausarbeit trägt den Titel „Revolutionäre Militärinstitutionen in der Islamischen Republik Iran“ und handelt maßgeblich von den iranischen Revolutionsgarden. Der persische Name dieser Garden ist Sepāh-e Pāsdārān-e Enghelāb-e Eslāmi oder abgekürzt Sepāh. Gebräuchlicher ist aber der informelle Name Pāsdārān. Daher werden in dieser Arbeit hauptsächlich die Begriffe Pāsdārān oder Revolutionsgarde, beziehungsweise Revolutionsgarden im Plural verwendet. In englischen Zitaten findet man hingegen die Bezeichnungen Islamic Revolutionary Guard Corps, Iranian Revolutionary Guard Corps oder abgekürzt IRGC. Untersucht wurden Entstehung, Entwicklung und Aktionsfelder der Pāsdārān seit ihrer Entstehung im Jahre 1979 bis in die Zeit der Präsidentschaft von Maḥmūd Aḥmadī-Nežād.

1.2 Der historische Kontext

Anfang 1979 überschlugen sich im damaligen Kaiserreich Iran die Ereignisse. Der Unmut in der Bevölkerung gärte lange. 1979 gelang es einer vereinten Opposition das Regime des Moḥammad-Reżā-Šāh Pahlavī zu stürzen. Da der große Oppositionsführer mit Ruḥollāh Ḫomeinī ein islamischer Geistlicher war und ein großer Teil der Bewegung gegen das bestehende System islamisch geprägt war, entwickelte sich die Revolution zu einer explizit islamischen Revolution. Nach der Rückkehr des Ayatollah aus seinem französischen Exil am 1. Februar 1979, begann für den Iran ein neues Kapitel in seiner Geschichte. Um die bisherigen Errungenschaften dieser Revolution zu schützen, brauchte Ḫomeinī ein militärisches institutionelles Organ.[1]

 

2. Die Entstehung der Revolutionsgarden

Nach dem Sturz von Moḥammad-Reżā-Šāh Pahlavī verfasste Ruḥollah Ḫomeinī im Mai 1979 ein Dekret zur Gründung einer paramilitärischen Organisation zum Schutze der Errungenschaften der Revolution.[2] In dieser Volksarmee wurden Angehörige verschiedener islamistischer Milizen und paramilitärischer und revolutionärer Gruppen, welche sich aus religiös-fundamentalistischen Jugendlichen vom Land und islamisch geprägten Studenten zusammensetzten, zusammengefasst. Kenneth Katzman schreibt hierzu: „The Revolutionary Guard was initially an amorphous conglomeration of local, independent groupings of urban guerrillas, clerical militias, army defectors, and other pro-Khomeini militants that helped solidify the streets for Khomeini following the victory of the revolution.”[3] Die Gesamtstärke der Pāsdārān umfasste in dieser Anfangszeit etwa 10000 Mann.[4] Die Rolle der Revolutionsgarden wurde in der neuen Verfassung des Iran (1979) festgeschrieben. Nach Artikel 150 bleibt „Das Korps der Wächter der Iranischen Revolution (…)zur Fortsetzung seiner Aufgabe als Hüter der Revolution und ihrer Errungenschaften weiter bestehen“.[5] Die Pāsdārān waren von Anfang an der militärische Arm der Revolution. Ihre Aktionen richteten sich gegen die im Land verbliebenen Angehörigen des ehemaligen Šāh-Regimes, aber auch gegen jene Kräfte der einstigen Opposition, welche nicht mit Ḫomeinīs Vorstellungen einer islamischen Regierung konform gingen. Nach dem Sturz des Šāhs herrschte im Iran eine Art Machtvakuum, in dem die Zukunft der Staatsform noch ungewiss schien. Bei der Durchsetzung von Ḫomeinīs Konzept des velayāt-e faqīh und als Gegengewicht zur alten Armee des Šāhs sollten die Revolutionsgarden daher eine wichtige Rolle einnehmen. [6] Eine Zäsur in der Geschichte bildete der Iran-Irak-Krieg in den Jahren 1980 bis 1988. Dieser war der Ausgangspunkt für eine Entwicklung der Pāsdārān zu dem, was wir heute kennen.[7]

3. Die Entwicklung der Pāsdārān nach der Revolution bis zum Ende des ersten Golkrieges

Von Anfang an kämpfte das neue iranische Regime um sein Überleben. In verschiedenen Landesteilen gab es Erhebungen ethnischer Minderheiten wie den Balutschen, Kurden oder Turkmenen. Als sich 1981 die Moǧāhedīn-e Ḫalq von Ḫomeinī lossagten, entstand im Iran eine neue Front, an der die Revolutionsgarden eingesetzt wurden.[8] Allein in den Kurdengebieten wurden etwa 5000 aufständische Kämpfer getötet und circa 1200 Zivilisten ermordet.[9] Hier geht’s zur kompletten Arbeit…