Freiheit

Der vergessene Aufstand in Saudi Arabien

Die Berichterstattung über den Arabischen Frühling konzentrierte sich von Beginn an auf Ägypten, Tunesien, Libyen und Syrien. Doch auch in den Golfstaaten kam es zu Protesten, die von einer breiten Schicht der Bevölkerung getragen wurden und werden. Kaum erwähnt in der Berichterstattung sind die Unruhen im Osten Saudi-Arabiens, wo eine lokale schiitische Bevölkerungsmehrheit gegen das Herrscherhaus al-Saud demonstriert und Gleichberechtigung und Freiheit fordert. Die autoritären wahhabitischen Herrscher unterdrücken bis heute die Protestbewegung mit brutaler Gewalt, da im schiitischen Osten die Ölvorräte liegen. Jetzt, über drei Jahre nach Beginn der Proteste, droht sich der Konflikt zu einem bewaffneten Aufstand zu entwickeln. Die deutsche Bundesregierung unterstützt das saudische Königshaus weiterhin mit Waffenlieferungen und modernstem Kriegsgerät.

Vice: Dokumentation „Widerstand im Westjordanland“

Nach einer waghalsigen Dokumentation im vom Krieg gekennzeichneten Aleppo, reiste ein Vice-Team nun in das Westjordanland, um über den Widerstand der Bevölkerung gegen die israelische Besatzung und die Palästinensische Autonomiebehörde zu berichten.

Screenshot aus Vice-Doku "Widerstand im Westjordanland", Bild: Fabian Schmidmeier

Hier geht’s zur Dokumentation:

Teil 1: Kinder und Sprayer

Teil 2: Hebron und Ramallah        Teil 3: Bil’in und Demonstration

Bahrain: Eine vergessene Revolution

Auch in dem Inselstaat Bahrain kommt es seit dem Beginn des Arabischen Frühlings zu Demonstrationen gegen den Diktator al-Khalifa. Das sunnitische Königshaus unterdrückt seit Jahrzehnten die schiitische Bevölkerungsmehrheit besonders brutal. Als al-Khalifa den Demonstranten nicht mehr Herr wurde, marschierte Saudi Arabien kurzerhand ein und schoss die Kundgebungen nieder. Warum aber schweigt der Westen hier – anders als in Libyen und anderen arabischen Staaten? Ein arte-Team hat den Inselstaat besucht und das Leben der Bevölkerung im Ausnahmezustand dokumentiert:

Screenshot von arte-Dokumentation "Verbotene Bilder", Bild: Fabian schmidmeier

 

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Libyen feiert Machtübergabe

In einer feierlichen Zeremonie in Tripolis hat der Nationale Übergangsrat in Libyen die Macht offiziell an die Nationalversammlung, die im Juli gewählt wurde, übergeben. Es ist das erste mal seit über 40 Jahren, dass Libyen von einem frei gewählten Parlament regiert wird. Die Machtübergabe wurde von tausenden Menschen auf dem zentralen Schohada-Platz in der Hauptstadt gefeiert.

Aleppo: Rebellen organisieren sich

Um die Stadt Aleppo wird seit den neuen Offensiven der Rebellen erbittert gekämpft. In einer Videobotschaft erklärte ein Vertreter vor hunderten Kämpfern die Zusammenfassung einzelner Kata’ib (Kampfeinheiten) zu einer großen Brigade, der Liwa at-Tawhid (Einheitsbrigade). Durch diese Konzentrierung und Zentralisierung der Organisationsstruktur erhoffen sie sich eine erhöhte Schlagkraft gegenüber der militärisch überlegenen Armee Baschar al-Asads. Während in Damaskus einzelne Stadtviertel von regierungstreuen Truppen zurückerobert wurden, kann die Tawhid-Brigade in Aleppo anscheinend Geländegewinne verbuchen. Nach eigenem Bekunden möchten sie die Zivilbevölkerung vor Übergriffen regierungstreuer Milizen schützen. Auch Alawiten und andere religiöse Minderheiten hätten nichts zu befürchten. Jedoch steht diese Brigade merklich unter Einfluss radikalislamischer Kräfte, die seit längerem versuchen, die demokratische Freiheitsbewegung der Syrer zu unterwandern.

Direkt im Anschluss der Videobotschaft machten sich hunderte Kämpfer der Lawa’u t-Tawhid auf nach Aleppo. Assads Regime scheint die Kontrolle völlig entglitten, da sich die große Anzahl an Kämpfern auf freiem Feld völlig ungehindert der strategisch und ökonomisch wichtigsten Stadt Syriens nähern kann.

Video einer Militäraktion der Tawhid-Brigade (nicht geeignet für Personen unter 18 Jahren!)

Militäraktion der Liwa’u t-Tawhid im Bezirk Hanano von Aleppo