Ägypten

Die Müllsammler von Kairo

Vor gut einem Jahr drehte Hannah el-Hitami bei ihrem Auslandsjahr in Kairo eine Dokumentation über ein koptisches Viertel. In diesem Stadtteil leben die Menschen in bitterer Armut und verdienen ihr Geld durch das Sammeln des Mülls der Großstadt und dessen Wiederverwertung.

Weitere Informationen über Ägypten finden Sie auf The-Albatross.com

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Interview mit Gudrun Krämer: „Ein ziviler Staat mit islamischem Referenzrahmen“

Während der Revolution versammelten sich tausende Gläubige auf dem Tahrir-Platz zum Gebet

Die Bilder gingen um die Welt, als in den arabischen Staaten die Menschen zu Hunderttausenden auf die Straßen strömten und den Sturz ihrer Herrscher forderten. Westliche Staatschefs wussten nicht so recht, wie sie die neuen Ereignisse einordnen sollten. Waren dies nur vorübergehende Erscheinungen oder doch erste Anzeichen eines historischen Umbruchs im Vorderen Orient? Könnten am Ende solcher Umwälzungen liberale Demokratien, regionalspezifische Mischsysteme oder doch eine Renaissance islamischer Orthodoxie stehen? Folgt in Ägypten jetzt die Machtübernahme der im Westen oft gefürchteten Muslimbruderschaft?

Eine Kennerin dieser Region ist die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Gudrun Krämer. Im Rahmen eines Vortrages über die Muslimbruderschaft konnten zwei Redakteure der Studierendenzeitung Akon des Arbeitskreises Orient der Otto-Friedrich Universität Bamberg, Gudrun Krämer zu den aktuellen Ereignissen in Ägypten und der zukünftigen Rolle der Muslimbrüder befragen. (Zum Parteiprogramm geht’s hier)

Fabian Schmidmeier:Frau Krämer, wie haben Sie die Revolutionen in Ägypten und den anderen arabischen Staaten erlebt? Man hatte bei den Reaktionen der westlichen Staatschefs das Gefühl, dass diese Revolten sie kalt erwischten und niemand wirklich damit gerechnet hatte. Haben Sie es für möglich gehalten, dass sich eine Revolution anbahnt? (mehr …)

ZDF: Israel und seine Zäune

Kein Land dieser Welt sichert seine Grenzen so stark wie der Staat Israel. Meist werden dort große, mit Berührungssensoren versehene, Zäune errichtet, um Milizionäre aus den Nachbarländern, aber auch Flüchtlinge aus Afrika, von einem Betreten israelischen Territoriums abzuhalten. Überdies errichtet das israelische Militär eine Mauer auf palästinensischen Territorium, was auf der einen als Sicherheits-, auf der anderen Seite als Apartheidsmauer bezeichnet wird.

Der ZDF-Israel-Korrespondent Christian Sievers hat sich daher mit einem Kamerateam aufgemacht, um einmal rund um Israel und die besetzten Gebiete zu fahren. Seine Reise führt ihn von Tel Aviv an die Nordgrenze zum Libanon, über die zu Syrien gehörenden und von Israel annektierten Golanhöhen und das Jordantal,  zur ägyptischen Grenze in die Negev-Wüste. Eine interessante Momentaufnahme von einem Land, das sich von der umliegenden Region immer mehr abzuschotten versucht.

Teil 1

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Wust al-Balad: Rubabikiya

Die Band Wust al-Balad wurde im Jahre 1999 in der ägyptischen Hauptstadt Kairo gegründet. Inzwischen wuchs die Zahl der Bandmitglieder von anfänglich zwei auf acht an. Die Band versucht Soft-Rock mit Elementen arabischer Musik zu verbinden und wurde dadurch eine der bekanntesten Rockbands des arabischen Sprachraums. Ihre Wege führten sie bis nach Deutschland, wo sie bei einem Gig in Stuttgart, welches in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut veranstaltet wurde, vor etwa 10000 Menschen auftrat.

Ägypten: Kommt jetzt die dritte Revolution?

Foto: Hannah El

Demonstranten auf dem Tahrir-Platz Foto: Hannah

„Irhal“ steht auf eine Wand gesprüht. Auf Deutsch heißt dies so viel wie „verschwinde!“. Das Graffiti stammt aus den Tagen der Ägyptischen Revolution, die vor gut einem Jahr, inspiriert durch die Ereignisse in Tunesien, ausbrach. Was lange gärte ward endlich Wut. In den dreißig Jahren seiner Herrschaft hatte Mubarak vor allem durch Korruption, Vetternwirtschaft und Repression gegen politisch Andersdenkende den Zorn des 80 Millionen Einwohner zählenden arabischen Landes auf sich gezogen.  Von einer Wirtschaftsreform profitierte nur eine kleine Elite,  Energie- und Lebensmittelpreise stiegen drastisch, ein Großteil der Bevölkerung war bereits unter das Existenzminimum gerutscht. Als ein Bekannter von mir nach einjährigem Auslandsaufenthalt in der Hauptstadt Kairo nach Deutschland zurückkehrte, meinte er zu mir „…da braut sich etwas Gewaltiges zusammen. Ein Funke und es gibt einen riesigen Knall!“. Er sollte recht behalten. Am 25. Januar diesen Jahres setzte sich ein riesiger Protestzug in Bewegung. In allen Städten Ägyptens kam es zu Kundgebungen und schließlich zu einer Eskalation, teilweise mit bürgerkriegsähnlichen Szenen. Doch die Übermacht des Volkes konnte niemand aufhalten. Mubarak musste abdanken, das Militär übernahm von nun an die Macht und verkündete den Ägyptern einen Demokratisierungsprozess und Parlamentswahlen abhalten zu wollen. Doch seit einigen Tagen stehen erneut Zelte auf dem Tahrirplatz, Zehntausende Menschen gehen auf die Straße und fordern den Rücktritt des Militärregimes und die vollständige Abtretung der Macht an ein Parlament. Wiederholen sich nun die Ereignisse? Steht Ägypten einer neuen, einer dritten Revolution bevor? Falls ja, welche Gruppierungen werden als Sieger hervorgehen, etwa die vom Westen oft gefürchtete Muslimbruderschaft oder gar radikale Salafisten?

Orientkolloq hat versucht die Ereignisse grob chronologisch zu ordnen und für eine Prognose mit einer Augenzeugin der ersten Revolution und der renommierten Historikerin und Leiterin des Lehrstuhles für Islamwissenschaft der FU Berlin, Frau Prof. Dr. Gudrun Krämer, gesprochen. (mehr …)