Israel/Palästina

Kurz erklärt: Trump und die US-Botschaft – Jerusalem als Hauptstadt Israels. Ein Problem?

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Blick von der Jerusalemer Altstadt auf den Ostteil der Stadt; Bild: Fabian Schmidmeier

Donald Trump möchte seine Ankündigung wahr machen und die US-Botschaft nach Jerusalem verlegen. Jerusalem ist aus israelischer Perspektive schon immer die Hauptstadt des Staates Israel gewesen und prinzipiell wäre dies auch kein Problem, wenn sich die Hauptstadt auf den Westteil der Stadt beschränken würde.
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Ungeklärte Fragen zum Konter von Jürgen Todenhöfer auf Kritik an seinem al-Qaida-Interview

Bildschirmfoto 2016-09-28 um 21.24.21.pngEs hat einige Zeit gedauert, bis Jürgen Todenhöfer auf kritische Fragen zu seinem jüngsten Interview (DerOrient.com berichtete) mit einem angeblichen al-Qaida-Kommandeur bei Aleppo eingegangen ist. Auf Facebook veröffentlichte er einen „Konter“. Die meisten Fragen lässt Todenhöfer allerdings unbeantwortet und seine Stellungnahme werfen neue auf.

Jürgen Todenhöfer wirft seinen Kritikern vor: „dass [diese] einer Terrororganisation mehr glauben als mir ist schon ein Hammer“. Dabei geht es hier überhaupt nicht darum al-Nusra, die bereits seit zwei Monaten Jabhat Fath al-Sham heißt, mehr zu glauben, denn es gibt weitaus mehr Punkte, die Zweifel schüren, als die Stellungnahme der Organisation, dass Todenhöfer nicht bei ihr gewesen sei.

Das Argument mit dem Goldring ist tatsächlich mit Abstand das schwächste. So ist es zwar unwahrscheinlich, dass ein Kommandeur einer inzwischen so wichtigen Einheit wie der ex-al-Nusra bei einem Interview einen solchen Ring trägt, aber nicht gänzlich unmöglich.

Todenhöfer zitiert den Pro-Assad-Sender al-Mayadeen, um den Vorwurf, al-Qaida arbeite direkt mit israelischen Offizieren in Syrien zusammen, zu bestätigen. Diesen Sender als Beweis für solche harten Anschuldigungen zu belegen reicht bei weitem nicht aus.

Doch wirft ein weiteres Gegenargument Todenhöfers größere Fragen auf: Todenhöfer behauptet, dass das Interview nicht im Steinbruch Ayn al-Asafeer, sondern bei Khan Tuman geführt wurde. Bei Khan Tuman gibt es tatsächlich eine starke ex-Nusra-Präsenz, da die Stadt fest in Rebellenhand ist. Insofern könnte es durchaus stimmen, dass dort ein Kommandeur interviewt wurde. Allerdings spricht der angebliche Kommandeur davon, dass der Ort des Interviews in der Nähe von Sheikh Saeed, einem großen Stadtviertel von Aleppo, liege. Nahe Sheikh Saeed findet sich ein Steinbruch, welchen Kritiker von Todenhöfer mit ziemlich guten Methoden lokalisieren konnten.

Mit den gleichen Verfahren werden im Syrien-Krieg Frontverläufe ziemlich genau ermittelt. Der Steinbruch von Khan Tuman liegt aber weit von Sheikh Saeed entfernt, womit Todenhöfer den Ortsangaben seines Interviewpartners direkt widerspricht.

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Interessant ist bei Todenhöfers Konter zudem die mitunter aggressive und ausfällige Rhetorik. Seine Kritiker bezeichnet er als „einige Ignoranten“ und „Propagandisten“ von al-Qaida. Nein, es gab offene Fragen, diese wurden gestellt. Wenn Todenhöfer im Recht ist, wieso widerlegt er seine Kritiker nicht sachlich? Wieso sagt er nicht „Ihr habt euch hier getäuscht, weil …“ und präsentiert schlüssige Beweise? Beleidigungen wirken alles andere als souverän, sondern eher wie eine Flucht nach vorn. Am wenigsten verständlich bleibt jedoch der Umstand, dass Todenhöfer (oder sein Admin) kritische Kommentare löschen lässt und auch bei sachlicher Kritik die Kommentarfunktion deaktiviert. Mir jedenfalls reichen all diese Punkte, um mir meine unabhängige Meinung zu bilden.

 

Feindschaft und Burgfrieden: Ultraorthodoxe Juden und ihr Verhältnis zum Zionismus

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Treffen der ultraorthodoxen Agudat Jisrael 1923 in Wien

Seit 1948 gibt es einen unabhängigen Staat Israel. Für unsere Generation ist die Existenz einer solchen jüdischen Heimat Normalität. Denkt man an Jerusalem, so sind betende Muslime vor der al-Aqsa Moschee genauso selbstverständlich wie ultraorthodoxe Juden mit langen schwarzen Gewändern und Schläfenlocken vor der Klagemauer. Vor 100 Jahren aber war eine jüdische Heimstätte nicht mehr als eine Idee, deren Verfechter man „Zionisten“ nannte. Die Mehrheit der Juden lebte damals in Ostmittel- und Osteuropa und war stark ultraorthodox geprägt. Und diese waren so gar nicht begeistert von der Idee einer Gründung eines jüdischen Staates.

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Islamische Kunst: Al Firdaus „Salawat Dimashqiya“

Dieses Ensemble zeigt für mich die Schönheit islamischer Kultur wie ich sie kennengelernt habe, ganz im Kontrast zu dem heutigen Zerrbild. Im Video ist ein Koranrezitation sowie Lobgesänge auf Muhammad zu sehen und hören

Krieg in Israel und Gaza

Liebe Leserinnen und Leser,

Vielleicht haben Sie sich gewundert, warum im Zusammenhang des Schlagabtausches zwischen der Hamas und Israel noch kein Artikel erschienen ist. Da ich persönlich der Ansicht bin, dass es eine mitunter verzerrte Berichterstattung diesbezüglich in verschiedener Hinsicht gibt, habe ich mich entschlossen auf der Facebookseite dieses Blogs Artikel aus anderen Medien zu posten, die meiner Meinung nach eine gute Ergänzung sind. Facebook ist aufgrund der Kommentarfunktionen auch besser für Diskussionen geeignet. Für diejenigen, die bei diesem komplexen Konflikt nach Informationen suchen möchte ich hier auf den Link zu der Facebookpräsenz dieses Blogs hinweisen:

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